Und dann kam der Nachtschreck…

29.12.2017 – eine Nacht, die ich niemals wieder vergessen werde…

Als kleines Baby hat Bella immer ganz gut geschlafen, allerdings nie durch. Und alleine einschlafen hat auch nie funktioniert. Seit sie auf der Welt ist, habe ich sie in den Schlaf begleitet. Zuerst neben ihr im Beistellbett, dann kam eine lange Phase wo ich sie immer in der Trage hatte zum einschlafen, und dann folgte wieder das gemeinsame im Bett einschlafen.

Keine leichte Zeit damals, manchmal war es wirklich anstrengend. Und nervtötend, dass das Kind nicht alleine einschlafen konnte. Heute bin ich aber so froh und dankbar über die gemeinsame Zeit. Über die Nähe und das Kuscheln. Über die Bindung, die uns dieses „zusammen einschlafen“ gebracht hat. Und ich bereue keine einzigste Sekunde.

… aber nun zurück zum 29.12.2017. Bella war schon lange eingeschlafen, als ich sie bitterlich weinen gehört habe. Und es war nicht nur ein weinen, es war ein brüllen. So hatte ich sie wirklich noch nie gehört.

Als ich in Ihrem Zimmer kam, war sie wach. Dachte ich zumindest. Und klar, ich wollte mein Kind in den Arm nehmen. Beruhigen. Ihr Liebe geben und ihr zeigen: Du bist nicht alleine, Mama ist ja da.

Kaum hatte ich sie bei mir, fing sie an wild um sich zu hauen. Mich zu hauen. Dinge zu hauen. Zu brüllen Mama weg. Weinen. Und noch mehr zu weinen. Ich dachte in dem Moment, mein kleines Mädchen ist vom Teufel besessen. Und ich? Ich wusste nicht wie mir geschieht. Ich wollte sie einfach nur beruhigen… In den Arm nehmen.

Heute weiß ich, dass das der grösste Fehler war, den ich machen konnte…

… nach, ach ich weiss nicht, 10 Minuten, die sich wie 2750 Stunden angefühlt haben, hat mein Kind sich plötzlich wieder beruhigt. Ist zu mir in den Arm. Und ist eingeschlafen.

Ihren zweiten Nachtschreck hatte sie an Silvester. Kurz vor 24.00 Uhr. Und ich habe das neue Jahr kuschelnd, voller Angst und Liebe mit Ihr im Bett verbracht, nachdem „ES“ vorbei war. Und dann, ein paar Tage später wieder. Und dann, hat es aufgehört. Einfach so. 2018 hatte sie es noch ein paar wenige male. Und dann nicht mehr.

Bis letzte Woche… Auch wenn ich jetzt weiß, dass alles gut ist, verstört es mich trotzdem immer wieder irgendwie. Aber jetzt mal dazu:

Was ist eigentlich ein Nachtschreck?

Der Nachtschreck ist kein Alptraum

Schnell drängt sich der Gedanke an einen bösen Traum auf. Im Gegensatz zum Albtraum, der ein Kind meist in der zweiten Hälfte der Nacht quält, tritt der Nachtschreck in der ersten Schlafhälfte, oft vor Mitternacht auf. Ein Kind, das einen Nachtschreck erleidet, ist kaum zu beruhigen, ein Kind, das einen Albtraum hat, lässt sich dagegen sanft wecken und wieder in den Schlaf wiegen. Vielleicht kann sich das Kind am nächsten Morgen an seinen Albtraum erinnern – von seinem Nachtschreck dagegen wird es nichts mehr wissen.

Der Nachtschreck, auch Nachtterror, Schlafschreck oder Pavor Nocturnus genannt, ist eine Form der Schlafstörung vorwiegend bei Kindern: Ein von dieser Störung betroffenes Kind schreckt aus der Non-REM-Schlafphase auf und erlebt Angstzustände, an die es sich am nächsten Tag nicht mehr erinnern kann.

Was ist die Non-REM-Schlafphase? – Die Non-REM-Phase setzt sich aus drei Schlafphasen zusammen, in denen Träume jedoch nur sehr selten vorkommen: 1. Phase zwischen Wachen und Schlafen, 2. Stabiler Schlaf und 3. Tiefschlaf. Träume treten vor allem in der REM-Phase auf (REM = Rapid eye movement).

Am Nachtschreck leiden Babys frühestens ab dem neunten Lebensmonat, in seltenen Fällen kann er bis ins Erwachsenenalter andauern. In der Regel allerdings sind Kinder zwischen vier und sieben Jahren betroffen. Experten gehen davon aus, dass etwa 15 Prozent der Kinder in diesem Alter vom Schlafschreck betroffen sind – Jungen etwas häufiger als Mädchen.

Was sind Anzeichen für einen Nachtschreck?

Die typischen Symptome des Nachtschrecks sind ein plötzliches Erwachen des Kindes, fünfzehn Minuten bis drei Stunden nach dem Einschlafen.

Das Kind wimmert, keucht und schreit oder schlägt gar um sich – ist allerdings dabei nicht richtig wach, obwohl es oft die Augen aufhat.

In der Zeit des Nachtschrecks spürt das Kind eine große Angst, die sich durch kalten Schweiß sowie einen beschleunigten Puls und eine schnelle Atmung äußert.

Ist der Anfall vorbei, schläft das Kind meistens wieder ruhig ein und kann sich nicht an den Vorfall erinnern.

Wie soll ich mich verhalten?

Auf keinen Fall versuchen, es während es Panikanfalls zu beruhigen. Auch wenn es der natürliche Reflex einer Mutter und eines Vaters ist, verstärken Weck- oder Tröstversuche seitens der Eltern meist nur das Angstgefühl des Kindes.

In der Nähe bleiben solltet ihr während des Schlafschrecks trotzdem: So könnt ihr verhindern, dass dem Kind etwas passiert, wenn es zum Beispiel um sich schlagen sollte. Manchmal kann allerdings ein Ortswechsel in ein kühleres Zimmer oder an die frische Luft dabei helfen, den Nachtschreck schneller zu beenden.

Wenn Euer Kind mobil ist, das heißt sich eigenständig aus dem Bett begeben kann, solltet ihr außerdem alle Wohnräume absichern. Gibt es Treppen, die das Kind hinunterfallen könnte oder Schwellen, über die es stolpern könnte oder ähnliches?

Und ganz wichtig: Ruhig bleiben. (Mittlerweile kann ich das, auch wenn es mir mein Herz bricht, sie so zu sehen. Und so hilflos zu sein.) Es gibt nichts, was Ihr in diesem Moment tun können. Ganz wichtig: Euer Kind wird KEINE psychischen Schäden davontragen, da Kinder am nächsten Tag in der Regel nichts mehr von dem Nachtschreck wissen. (Bella hat immer super geschlafen, wenn ich sie gefragt habe.)

Sleep well…

… ich hoffe, dass ich Euch ein bisschen informieren konnte über das Thema und bin natürlich für Feedback und Fragen immer offen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s